Vorwort

Vorwort.  und Vorgeschichte

 

1990  waren wir das erste Mal auf Island, mit Familie und Geländewagen.  2000 waren wir das 5. und letzte Mal mit dem Auto auf der Insel. Damals schon hatte sich bei mir der Gedanke gefestigt, eine bestimmte Wanderstrecke zu ‚machen’. Es ist dies der Laugarvegur von Skogar an der Südküste nach Landmannalaugar nördlich davon. Es sind etwa 100 km und ich hatte für diese Strecke  etwa 5-6 Tage veranschlagt. Ich hatte vor, diese Strecke auch wieder zurückzulaufen. Wenn jetzt die Frage kommt: ‚Warum?’, antworte ich: ‚Warum nicht!’ Ich habe  es genügend oft auf meinen Reisen erlebt, dass eine Strecke  sich in der gegensätzlichen Richtung ganz anders darstellt und man doch viele neue  Ansichten gewinnen kann. Im Sommer 2003 ergab sich dann die Gelegenheit da meine Frau aus gesundheitlichen Gründen auf einen Urlaub verzichtete und es vorzog, sich auf andere Weise zu erholen.

 Meine Vorbereitungen begannen schon im Frühjahr. Das heißt, ich schrieb das Isländische Verkehrsamt an, um mir z.B. die neuesten Busfahrpläne schicken zu lassen und andere wichtige Informationen. Des weiteren begann ich Wanderungen hier bei uns in der Gegend mit Rucksack und der kompletten Wanderausrüstung, wie Hosen, Gummistiefel *) und Jacke. Die Strecken waren etwa  15 – 16 km lang und der Rucksack wog am Anfang etwa 16 kg. Dies steigerte ich im Laufe der Zeit auf ca. 20 km und 20 kg. Gewandert wurde 2 – 3-mal in der Woche, manchmal stieg ich auch bei ganz schlechtem Wetter aufs Tretmobil.

 Dabei ließ ich mich durch eine Videoaufzeichnung der Südpolquerung durch Reinhold Messner und Arved Fuchs motivieren. Als Ausgleich dazwischen fuhr ich auch noch Rad. Gegen Ende der Trainingsphase  bin ich auch am Wochenende in den Schwarzwald gefahren um dort bergauf und bergab zu trainieren mit bis zu 1900 Höhenmetern pro Einheit.

 Drei Monate vor dem Start buchte ich den Flug und die Zugkarte nach Frankfurt. Der Flugpreis war sehr günstig - dank der Bemühungen unseres Reisebüros in Herrenberg.  Statt  € 850,00  habe   ich   nur            € 450,00 bezahlen  müssen  und das ICE-Ticket kostete ca. € 60,00.

 Für Verpflegung unterwegs hatte ich mir gefriergetrocknete Expeditionsnahrung von Salewa, Büchsenwurst, ein paar Müsliriegel, Kaffee und Milchmädchen und verschiedene Ausrüstungsgegenstände zugelegt. Komplettiert wurde die Ausrüstung an meinem Geburtstag mit Handschuhen, Mütze, einem Windbraker, wasserdichten Hosenbeinen und einem GPS-Empfänger.

Damit ich nicht mein ganzes Essen für die 10 -12 Tage mitschleppen musste, war eine Überlegung, bei der Ankunft in Reykjavik  ein Fresspaket  mit dem Bus nach Landmannalaugar zu senden. Dafür wählte ich eine Umhängetasche, in die alles für           6  Tage  prima rein     passte.

 

*)  Zum Thema Stiefel. Ich wählte nach einigen Überlegungen  ein paar schwere stabile Gummistiefel von der Firma Aigle. Die Gründe waren folgende: Ich erwartete auf der Wanderung doch einigen Regen, die Strecke führt z. T. über ausgedehnte Schneefelder und oft muss man durch mehr oder weniger tiefe Bäche und Flüsse. Ich hatte keine Lust 14 Tage mit nassen Leder- oder Goretexstiefeln zu laufen und außerdem hatte ich keine Lust an jedem Bachlauf die Schuhe und Socken auszuziehen, um sie nach wenigen Metern wieder anzuziehen. Außerdem hatte ich ein paar Jahre zuvor  auf dem Kungsleden (Wanderweg in Nordschweden)  damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Diese Entscheidung hat sich  später als goldrichtig erwiesen. Wobei man sagen muss, dass mancher, dem ich auf der Strecke begegnete, mich etwas komisch angesehen hat. Ich glaube auch, dass ich so ziemlich der einzige  war, der mit Gummistiefeln wanderte.

 

Dies ist ein ganz persönlicher Erfahrungsbericht  über eine Wanderung auf Island. Das ist auch der Grund, warum ich keine Statistiken, allgemeine und spezielle Informationen hier publiziere, die bei Drucklegung sowieso schon überholt wären. Außerdem finden sich diese Informationen in -zig  Reise- führern und  Unterlagen, welche man sich in jedem Falle vor Antritt einer   Reise von einem Fremdenverkehrsamt  zukommen lassen kann und auch  sollte.

 

Trotzdem, einige allgemeingültige Informationen  will ich nicht verschweigen.

 

Island ist eine Insel im Atlantik!

Island ist etwa 102 000 qkm groß und wächst immer noch.

Island ist sehr teuer.

Islands Bevölkerungsdichte beträgt weniger als 3 Menschen / qkm.

Islandpferde werden sehr wohl zum täglichen Verzehr geschlachtet.

Islands Klima  ist ‚etwas’  rauer als das unsrige.

Der Spruch: ‚Wenn das Wetter dich stört, dann warte eine halbe Stunde,

dann hat es sich geändert!’  stimmt nicht immer!

 

 

Island ist eine tolle Insel für Menschen, welche noch ein Gefühl für

Natur haben.